Präanalytische Einflussgrößen und Störfaktoren
- Reihenfolge der Blutentnahmen
Empfohlene Reihenfolge bei der Gewinnung verschiedener Blutproben:
- Blutkultur
- Röhrchen ohne Zusatz (Serum)
- Citratblut (Citratplasma)
- Heparinblut (Blut/Plasma)
- EDTA-Blut (Blut/Plasma)
- NaF-Blut (o.a. Glykolysehemmer) für Glukose, Laktat, Homocystein u.a.
- Hämolyse
Ein hämolytisches Serum führt zu einer Erhöhung von Kalium, LDH, GOT, GPT und CK sowie einer Verminderung der γGT.
- Lipämie
Ein lipämisches Serum kann visuell erkannt werden ab einem Triglyzeridwert von 300 mg/dl. Ursache einer Trübung können jedoch auch monoklonale Immunglobuline sein. Die Störung photometrischer Analysen kann - abhängig von der Methode - sowohl zu erhöhten als auch zu verminderten Werte führen.
- Letzte Nahrung
Die letzte Nahrungsaufnahme sollte idealerweise am Vorabend zwischen 18.00 und 19.00 Uhr erfolgen. Für Routineuntersuchungen hat ein leichtes fettarmes Frühstück keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzentration vieler Blutbestandteile.
Dagegen ist vor Untersuchungen des Fettstoffwechsels unbedingt eine mindestens 12-stündige Nahrungskarenz einzuhalten.
Veränderungen durch Nahrungsaufnahme:

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- Rauchgewohnheiten

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- Alkoholkonsum

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- Körperliche Belastung
Mehrere Stunden nach einer intensiven körperlichen Belastung können die Muskelenzyme CK, GOT, LDH erhöht sein.
- Menstruationszyklus
Vor der Ovulation kann der Aldosteronspiegel im Serum zweimal so hoch sein wie in der Follikelphase. Renin im Plasma zeigt ebenfalls einen präovulatorischen Anstieg. Cholesterin weist einen signifikanten Abfall während der Ovulation auf.
- Schwangerschaft
Das mittlere Plasmavolumen steigt während einer normalen Schwangerschaft von 2,6 L auf 3,9 L an. In den ersten Schwangerschaftswochen sind die Veränderungen gering. Danach steigt das Plasmavolumen bis zur 35. SSW kontinuierlich an.
Veränderungen wichtiger Kenngrößen in der ungestörten Schwangerschaft

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- Ovulationshemmer
Am Anfang der Einnahme eines Ovulationshemmers können Serumenzyme (Transaminasen) leicht erhöht sein.
Thyroxin-bindendes Globulin und Coeruloplasmin können ansteigen.
- Arzneimittel
Zahlreiche Arzneimittel können Laborergebnisse stören. Eine Übersicht über bedeutende Veränderungen sind in Labor und Diagnose. L. Thomas. 5. Auflage, TH-Books, 1998 auf der Seite1499 zu finden.
- Infusionen, Transfusionen
Blutproben sollten möglichst nicht aus intravenösen oder intraarteriellen Infusionskathetern, sondern am katheterfreien Arm entnommen werden.
Sollte eine Blutprobe aus einem intravenösen oder intraarteriellen Infusionskatheter gewonnen werden, ist die Kanüle mit isotonischer Kochsalzlösung zu spülen. Die ersten 10 ml Blut sind zu verwerfen.
- Psychischer Stress

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Literatur:
- L. Thomas. Labor und Diagnose. 5. Auflage, TH-Books, 1998
- Guder W.G. Proben zwischen Patient und Labor. GIT-Verlag 1999
- John Bernard Henry. Clinical Diagnosis and Management by Laboratory Methods. W.B. Saunders 1996